Was ist Arbitrage Trading und wie funktioniert es?

Was ist Arbitrage Trading und wie funktioniert es?

Was ist Arbitrage Trading?

Arbitrage Trading ist eine Handelsstrategie, bei der Trader versuchen, von Preisunterschieden finanzieller Instrumente auf verschiedenen Handelsplattformen zu profitieren. Das klassische Beispiel ist einfach: Du kaufst einen Asset zu einem niedrigeren Preis an Ort A und verkaufst ihn nahezu gleichzeitig an Ort B, wo der Preis etwas höher liegt. Die Preisdifferenz stellt den Gewinn dar, wobei Transaktionskosten berücksichtigt werden müssen, die für die Ausführung der Trades auf den Handelsplattformen anfallen.

Diese Art des Tradings wird oft als Strategie mit einem relativ geringen Risiko angesehen, da sich der Trader nicht auf Kursprognosen stützt, sondern auf bestehende Marktineffizienzen. Arbitrage Trading wird auf verschiedene Finanzinstrumente angewendet, wie Aktien, ETFs, Währungen, Rohstoffe und Kryptowährungen.


Wichtigste Erkenntnisse

  • Arbitrage Trading ist eine Handelsstrategie, bei der Preisunterschiede desselben Assets auf verschiedenen Märkten oder Handelsplattformen genutzt werden, ohne auf die Kursrichtung zu spekulieren.
  • Arbitrage Crypto Trading kommt relativ häufig vor aufgrund von Unterschieden in Liquidität, Handelskosten und dem Fehlen einer zentralen Preissynchronisation zwischen Krypto-Exchanges und Blockchains.
  • Häufig angewandte Arbitrage-Strategien im Kryptobereich sind räumliche Arbitrage, trianguläre Arbitrage und Cross-Chain-Arbitrage, bei denen Geschwindigkeit und gleichzeitige Ausführung entscheidend sind.
  • Automatisierung und Trading Bots spielen eine entscheidende Rolle im Arbitrage Trading, da Preisunterschiede oft nur wenige Sekunden oder Minuten bestehen.

Wie funktioniert Arbitrage Trading?

Arbitrage Trading basiert auf Marktineffizienzen, die entstehen, wenn derselbe Asset vorübergehend zu unterschiedlichen Preisen auf mehreren Märkten oder Handelsplattformen gehandelt wird. In einem vollständig effizienten Markt gäbe es kaum bis keine Preisunterschiede, doch in der Praxis ist dies nahezu nie der Fall. Besonders bei kleineren Finanzinstrumenten entstehen regelmäßig Ineffizienzen, wodurch Chancen für Arbitrage Trader entstehen.

Diese Preisunterschiede auf verschiedenen Handelsplattformen entstehen durch mehrere Faktoren:

  • Liquidität, da auf einer Börse mit geringem Handelsvolumen der Preis schneller abweichen kann als auf einer Börse mit tiefen Orderbüchern.
  • Handelsaktivität, da ein hohes Maß an aktiver Handelsaktivität zu schnelleren Preisanpassungen führt. Auf Plattformen, auf denen viele Trader gleichzeitig aktiv sind, werden neue Preisinformationen und Orderströme schneller verarbeitet. Auf weniger aktiven Börsen kann der Preis hinter dem breiteren Markt zurückbleiben, was temporäre Arbitragemöglichkeiten schafft.
  • Regionale Angebots- und Nachfrageunterschiede, da es vorkommen kann, dass in Europa eine höhere Nachfrage nach einem Asset besteht als in den Vereinigten Staaten, was zu höheren Handelsvolumina und dadurch höheren Preisen auf europäischen Handelsplattformen führt.
  • Verzögerungen bei Preisupdates zwischen Handelsplattformen, wodurch Preise nicht immer gleichzeitig angepasst werden.
  • Unabhängige Funktionsweise von Kryptoplattformen, da im Kryptomarkt sowohl zentralisierte Exchanges als auch dezentrale Exchanges (DEXs) unabhängig voneinander operieren und Preise nicht zentral synchronisiert werden.
  • Transaktionskosten, da Unterschiede bei Trading Fees, Auszahlungsgebühren und Netzwerkgebühren das Verhalten von Tradern beeinflussen. Börsen mit niedrigeren Kosten ziehen oft mehr Handelsaktivität an, während höhere Kosten dazu führen können, dass kleine Preisunterschiede nicht sofort ausgeglichen werden, wodurch Arbitragechancen länger bestehen bleiben.

Der Prozess des Arbitrage Tradings

Ein Arbitrage Trade besteht in der Regel aus drei aufeinanderfolgenden Schritten:

Schritt 1: Identifikation eines Preisunterschieds.
Dabei überwacht der Trader oder ein automatisiertes System mehrere Märkte gleichzeitig und stellt fest, dass derselbe Asset zu unterschiedlichen Preisen gehandelt wird.

Schritt 2: Gleichzeitige Ausführung eines Kauf- und Verkaufsauftrags.
Dies ist entscheidend, da der Preisunterschied oft nur kurz besteht. Sobald andere Marktteilnehmer den Unterschied bemerken, verschwindet die Ineffizienz schnell. Die nahezu gleichzeitige Eröffnung beider Positionen stellt sicher, dass der Trader keiner Kursbewegung ausgesetzt ist.

Schritt 3: Abwicklung der Transaktionen.
Dabei werden die gekauften Assets geliefert und der Verkauf abgeschlossen, woraufhin der Gewinn durch die Preisdifferenz realisiert wird. Transaktionskosten, Trading Fees und eventuelle Netzwerkgebühren müssen dabei stets berücksichtigt werden, da sie die endgültige Rendite stark beeinflussen. Daher ist es wichtig, Handelsplattformen sorgfältig auszuwählen, da hohe Fees den potenziellen Gewinn erheblich schmälern können.

Beispiel:
Angenommen, Bitcoin wird auf zwei verschiedenen Krypto-Börsen gehandelt. Auf Börse A liegt der Preis von Bitcoin bei 50.000€, während Bitcoin auf Börse B für 50.300€ angeboten wird. Dieser Preisunterschied kann entstehen, weil Börse B zu diesem Zeitpunkt einen höheren Kaufdruck erlebt als Börse A.

Ein Arbitrage Trader kann in diesem Fall Bitcoin auf Börse A für 50.000€ kaufen und ihn nahezu gleichzeitig auf Börse B für 50.300€ verkaufen. Theoretisch beträgt der Bruttogewinn 300€ pro Bitcoin. In der Praxis müssen davon noch Trading Fees, Ein- und Auszahlungsgebühren sowie eventuelle Netzwerkgebühren abgezogen werden.

Um diese Arbitrage effizient umzusetzen, halten viele Arbitrage Trader im Voraus Guthaben auf mehreren Handelsplattformen. Angenommen, ein Trader verfügt auf beiden Börsen über 0,5 BTC. Durch den Verkauf von 0,5 BTC auf Börse B zu 50.300€ und den gleichzeitigen Kauf von 0,5 BTC auf Börse A zu 50.000€ wird ein Preisunterschied von 300€ pro Bitcoin genutzt. Für 0,5 BTC entspricht dies einem Bruttogewinn von 150€, exklusive Kosten.

Die gleichzeitige Ausführung dieser Transaktionen ist entscheidend, da der Preisunterschied schnell verschwinden kann. Gerade weil Arbitrage Trader massenhaft auf der günstigeren Börse kaufen und auf der teureren verkaufen, bewegen sich die Preise aufeinander zu und die Arbitragemöglichkeit schließt sich.

Arbitrage Trader kaufen und verkaufen daher gleichzeitig, um den Preisunterschied zu nutzen, ohne ein Kursrisiko einzugehen, und mit derselben Menge Bitcoin zu enden.

Die Rolle von Geschwindigkeit und Automatisierung

Geschwindigkeit und Timing sind im Arbitrage Trading entscheidend. Preisunterschiede bestehen oft nur wenige Sekunden oder Minuten. Aus diesem Grund wird Arbitrage Trading in modernen Märkten zunehmend mithilfe automatisierter Systeme und Trading Bots durchgeführt.

Diese Bots suchen kontinuierlich nach Preisunterschieden auf verschiedenen Handelsplattformen und Börsen. Sobald sie einen Preisunterschied erkennen, der nach Abzug aller Kosten profitabel ist, führt der Bot automatisch die entsprechenden Trades aus. Unter welchen Bedingungen ein Bot einen Trade ausführt, kann vom Trader im Voraus festgelegt werden.

Aufgrund der erforderlichen Geschwindigkeit und des Timings ist es für menschliche Trader nahezu unmöglich, Arbitrage Trading dauerhaft erfolgreich anzuwenden, insbesondere in Märkten, die rund um die Uhr aktiv sind, wie der Kryptomarkt. Automatisierung ist daher entscheidend geworden, um Arbitragemöglichkeiten rechtzeitig zu identifizieren und erfolgreich umzusetzen.

Welche Arbitrage-Trading-Strategien gibt es?

Es gibt verschiedene Formen des Arbitrage Tradings. Welche Strategie angewendet wird, hängt stark vom Markt und von der gewünschten Komplexität des Ansatzes ab:

  • Räumliche Arbitrage:
    Räumliche Arbitrage ist die klassischste Form des Arbitrage Tradings und nutzt Preisunterschiede desselben Assets auf verschiedenen Börsen. Der Trader kauft auf der Börse, auf der der Preis niedriger ist, und verkauft gleichzeitig auf der Börse, auf der der Preis höher ist.
  • Statistische Arbitrage:
    Statistische Arbitrage ist eine fortgeschrittenere Strategie, die auf mathematischen und statistischen Modellen basiert. Diese Modelle identifizieren temporäre Abweichungen in historischen Preisbeziehungen und gehen davon aus, dass Preise im Laufe der Zeit zu einem statistischen Mittelwert zurückkehren.
  • Trianguläre Arbitrage:
    Trianguläre Arbitrage nutzt drei verschiedene Handelspaare innerhalb eines Marktes, häufig im Devisen- oder Kryptomarkt. Durch eine Reihe von drei aufeinanderfolgenden Transaktionen kann eine Preisineffizienz genutzt werden, ohne direkte Exponierung gegenüber der Kursrichtung.
  • Intra-Exchange-Arbitrage:
    Intra-Exchange-Arbitrage findet innerhalb einer einzigen Handelsplattform statt und nutzt Preisunterschiede zwischen verschiedenen Produkten oder Märkten auf derselben Börse, wie etwa zwischen Spot- und Futures-Märkten.
  • Cross-Platform-Arbitrage:
    Cross-Platform-Arbitrage nutzt Preisunterschiede zwischen verschiedenen Arten von Handelsplattformen, wie zentralisierten Exchanges (CEXs, wie Finst) und dezentralen Exchanges (DEXs, wie Uniswap). Unterschiede in Liquidität und Marktstruktur können dabei Arbitragemöglichkeiten schaffen.

Diese Strategien unterscheiden sich stark voneinander und erfordern daher jeweils einen eigenen Ansatz, technische Infrastruktur und Risikomanagement.

Was ist Arbitrage Crypto Trading?

Wenn wir von Arbitrage Crypto Trading sprechen, meinen wir Arbitrage Trading angewendet im Kryptomarkt. Aufgrund großer Unterschiede in Liquidität, Handelskosten und dem Fehlen einer zentralen Synchronisation zwischen großen und kleineren Krypto-Exchanges treten Preisunterschiede relativ häufig auf, wodurch Arbitrage Trading in diesem Markt besonders gut geeignet ist.

Außerdem spielt Arbitrage Trading in DeFi eine wichtige Rolle, da es zu einer fairen Preisbildung auf verschiedenen Plattformen beiträgt. In Kombination mit Trading Bots hat sich Arbitrage Crypto Trading daher zu einer beliebten Strategie sowohl bei privaten als auch bei professionellen Tradern entwickelt.

Häufig angewandte Arbitrage-Crypto-Trading-Strategien

Der Kryptomarkt eignet sich für verschiedene Arbitrage-Trading-Strategien, die genutzt werden, um Preisunterschiede im Markt auszunutzen. Die am häufigsten verwendete Strategie ist die räumliche Arbitrage, bei der eine Kryptowährung auf der einen Börse gekauft und nahezu gleichzeitig auf einer anderen Börse verkauft wird, auf der der Preis höher ist.

Außerdem ist trianguläre Arbitrage eine häufig angewandte Strategie. Dabei werden drei verschiedene Handelspaare innerhalb einer einzigen Handelsplattform kombiniert, um temporäre Preisineffizienzen innerhalb derselben Börse zu nutzen, ohne Exponierung gegenüber der Kursrichtung.

Auch Cross-Chain-Arbitrage wird zunehmend angewandt. Dabei werden Preisunterschiede derselben Kryptowährung auf verschiedenen Blockchains genutzt. Diese Strategie erfordert ein gutes Verständnis von Blockchain-Technologie, Transaktionskosten und Netzwerkspeed, da Verzögerungen und Fees einen direkten Einfluss auf die Profitabilität haben.

All diese Arbitrage-Crypto-Trading-Strategien erfordern Geschwindigkeit, technische Infrastruktur und sorgfältiges Risikomanagement, da Preisunterschiede oft nur kurz bestehen.

Risiken des Arbitrage Tradings

Obwohl Arbitrage Trading eine erfolgreiche und lukrative Art des Tradings sein kann, gibt es auch Risiken:

  • Transaktionskosten
    Trading Fees, Ein- und Auszahlungsgebühren sowie Netzwerkgebühren können den Preisunterschied teilweise oder vollständig zunichtemachen. Kleine Arbitragemöglichkeiten mit geringer Marge sind oft nur profitabel, wenn die Kosten sehr niedrig sind.
  • Slippage
    Wenn ein Auftrag zu einem ungünstigeren Preis als erwartet ausgeführt wird, zum Beispiel aufgrund eines dünnen Orderbuchs oder einer plötzlichen Marktbewegung, kann der angestrebte Arbitragegewinn schnell verschwinden.
  • Verzögerungen bei der Ausführung
    Arbitrage Trading ist stark von Geschwindigkeit abhängig. Verzögerungen bei der Auftragsausführung, API-Latenz oder Blockchain-Transaktionen können dazu führen, dass der Preisunterschied verschwindet, bevor der Trade abgeschlossen ist.
  • Liquiditätsrisiko
    Bei unzureichender Liquidität kann ein Trade nicht vollständig oder nur teilweise ausgeführt werden, insbesondere bei größeren Orders, wodurch die Arbitrageposition nicht korrekt geschlossen wird.
  • Netzwerk- und Staurisiko (Krypto)
    Im Kryptomarkt können hohe Netzwerkauslastung und steigende Gas Fees Blockchain-Transaktionen verzögern oder teurer machen, was die Profitabilität negativ beeinflusst.
  • Operatives Risiko
    Fehler in Trading Bots, falsche Einstellungen, Bugs in Software oder menschliche Fehler können zu unbeabsichtigten Trades oder Kapitalverlust führen.
  • Konkurrenzrisiko
    Arbitragemöglichkeiten werden häufig schnell von mehreren Tradern und Bots genutzt. Dadurch verschwinden Preisunterschiede immer schneller und die Gewinnmarge sinkt.

Fazit

Arbitrage Trading ist eine Strategie, die auf temporäre Preisunterschiede innerhalb der Finanzmärkte abzielt und daher eine relativ risikoarme Handelsmethode sein kann. Anstatt auf zukünftige Kursbewegungen zu spekulieren, konzentriert sich Arbitrage Trading auf die Nutzung von Marktineffizienzen, die durch Unterschiede in Liquidität, Handelsaktivität, Kostenstrukturen und Marktstruktur entstehen.

Im Kryptomarkt kommt Arbitrage Trading relativ häufig vor. Durch den dezentralen Charakter von Krypto, die unabhängige Funktionsweise von Exchanges und Blockchains sowie die kontinuierliche Handelsaktivität entstehen regelmäßig Preisunterschiede, die von Arbitrage Tradern genutzt werden können. Insbesondere Strategien wie räumliche Arbitrage, trianguläre Arbitrage und Cross-Chain-Arbitrage spielen hierbei eine wichtige Rolle.

Gleichzeitig ist Arbitrage Trading keine risikofreie Strategie. Transaktionskosten, Slippage, Verzögerungen, Liquiditätsprobleme und operative Fehler können die Profitabilität einschränken oder sogar vollständig zunichtemachen. Daher sind Geschwindigkeit, technische Infrastruktur und sorgfältiges Risikomanagement entscheidend für den Erfolg. In der Praxis sind automatisierte Systeme und Trading Bots daher unverzichtbar geworden, insbesondere im rund um die Uhr aktiven Kryptomarkt.

Insgesamt stellt Arbitrage Trading einen wichtigen Mechanismus sowohl in traditionellen Finanzmärkten als auch im Kryptomarkt dar. Es trägt zu einer effizienten Preisbildung und Marktstabilität bei, erfordert jedoch gleichzeitig Wissen, Disziplin und ein realistisches Verständnis der damit verbundenen Risiken.

Über Finst

Finst ist eine führende Kryptowährungsplattform in den Niederlanden und bietet ultra-niedrige Trading-Gebühren, Sicherheit auf institutionellem Niveau sowie ein umfassendes Paket an Krypto-Services wie Trading, Verwahrung (Custody), Staking und Fiat On-/Off-Ramp. Finst wurde vom ehemaligen Kernteam von DEGIRO gegründet, ist als Crypto-Asset Service Provider von der niederländischen Finanzaufsicht (AFM) zugelassen und bedient private sowie institutionelle Kunden in 30 europäischen Ländern.

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