Was sind Maker- und Taker-Fees und wie beeinflussen sie deine Transaktionskosten?

Was sind Maker- und Taker-Fees?
Maker- und Taker-Fees sind Handelskosten auf einer Krypto-Börse mit einem Orderbuch, wobei der Satz davon abhängt, wie deine Order ausgeführt wird. Fügst du dem Orderbuch eine neue Kauf- oder Verkaufsorder hinzu, bist du ein Maker. Kaufst oder verkaufst du direkt über eine bereits vorhandene Order, bist du ein Taker.
Ein Orderbuch kannst du dir als Übersicht mit offenen Orders vorstellen. Auf der einen Seite stehen Menschen, die Krypto kaufen wollen, auf der anderen Seite Menschen, die verkaufen wollen. Diese offenen Orders sorgen für Liquidität: Es gibt dann Angebot und Nachfrage, auf die andere Händler direkt reagieren können.
Wichtig zu wissen: Nicht der gewählte Ordertyp, sondern die tatsächliche Ausführung entscheidet, ob du Maker oder Taker bist. Eine Limitorder ist also nicht automatisch eine Maker-Order. Wenn dein Limitpreis sofort zu einer bestehenden Order passt, wird deine Order direkt ausgeführt und du zahlst Taker-Fees.
Es kann sogar beides innerhalb einer einzigen Order passieren. Ein Teil kann direkt als Taker ausgeführt werden, während der Rest im Orderbuch stehen bleibt. Wird dieser Rest später ausgeführt, gilt dafür die Maker-Fee.
Was ist ein Maker?
Ein Maker platziert eine Order, die nicht sofort ausgeführt wird und deshalb im Orderbuch sichtbar bleibt. Damit fügst du Liquidität hinzu. Du schaffst sozusagen ein neues Angebot, auf das jemand anderes später eingehen kann.
Angenommen, der aktuelle Preis eines Tokens liegt bei 100 € und du platzierst eine Kauf-Limitorder bei 98 €. Solange niemand direkt für 98 € verkaufen will, bleibt deine Order offen. Dann bist du ein Maker. Wenn die Börse eine Maker-Fee von 0,20 % berechnet und deine Order später insgesamt für 1.000 € ausgeführt wird, zahlst du 2 € an Maker-Fees.
Viele Krypto-Börsen berechnen Makern einen niedrigeren Satz. Das ist logisch: Offene Orders machen das Orderbuch voller und geben anderen Händlern mehr Auswahl.
Wichtig: Eine niedrigere Maker-Fee ist keine Garantie dafür, dass deine Order auch ausgeführt wird. Der Preis erreicht dein Limit vielleicht nie, oder auf diesem Preisniveau gibt es nicht genug Volumen für deine gesamte Order.
Was ist ein Taker?
Ein Taker führt sofort eine Order aus, die bereits im Orderbuch steht, und nimmt dort also Liquidität weg. Du akzeptierst den bestmöglichen Preis in diesem Moment, weil du nicht warten willst.
Eine Marktorder ist meist eine Taker-Order. So eine Order ist dafür gedacht, sofort zu kaufen oder zu verkaufen, und zwar zu den verfügbaren Preisen. Auch eine Limitorder kann ein Taker sein. Das passiert zum Beispiel, wenn du eine Kauf-Limitorder so hoch setzt, dass sie direkt mit einer bestehenden Verkaufsorder zusammenpasst. Angenommen, eine Börse berechnet eine Taker-Fee von 0,35 % und du kaufst direkt für 1.000 € Krypto, dann zahlst du 3,50 € an Taker-Fees.
Geschwindigkeit ist der große Vorteil einer Taker-Order. Der Nachteil ist, dass Taker-Fees auf vielen Orderbuch-Börsen höher sind als Maker-Fees. Bei wenig Orders im Orderbuch kann eine Marktorder außerdem über mehrere Preisniveaus ausgeführt werden. Das nennt man Slippage und es ist unabhängig von der Taker-Fee.
Wichtigste Erkenntnisse
- Maker- und Taker-Fees sind Handelskosten, die davon abhängen, wie eine Order ausgeführt wird.
- Ein Maker fügt dem Orderbuch eine offene Kauf- oder Verkaufsorder hinzu.
- Ein Taker führt direkt eine bestehende Order aus und nimmt Liquidität weg.
- Eine Limitorder kann Maker oder Taker sein, je nachdem, ob sie sofort zusammenpasst.
- Eine einzige Order kann teilweise Taker und teilweise Maker sein, wenn sie in Teilen ausgeführt wird.
Wie funktionieren Maker- und Taker-Fees auf einer Kryptobörse?
Auf einer Krypto-Börse mit Orderbuch werden Kauforders, auch Bids genannt, und Verkaufsorders, auch Asks genannt, pro Preisniveau gesammelt. Orders, die stehen bleiben, fügen Liquidität hinzu. Orders, die direkt dagegen handeln, nehmen Liquidität weg.
Die Börse schaut sich bei jeder Ausführung, auch Fill genannt, genau an, was passiert. Bleibt deine Order im Orderbuch stehen? Dann gilt meist der Maker-Tarif. Passt sie direkt zu einer bestehenden Order? Dann gilt meist der Taker-Tarif.
Beispiel: Du platzierst eine Order über 1.000 €. Davon werden 400 € direkt mit einer Taker-Fee von 0,35 % ausgeführt. Auf diesen Teil zahlst du 1,40 € an Handelskosten. Die übrigen 600 € bleiben im Orderbuch stehen und werden später mit einer Maker-Fee von 0,20 % ausgeführt. Dafür zahlst du 1,20 €. Insgesamt zahlst du in diesem Beispiel also 2,60 € an Maker- und Taker-Fees.
Marktorders sind meist Taker, weil sie sofort ausgeführt werden. Bei Limitorders ist das anders. Eine Limitorder gibt dir einen maximalen Kaufpreis oder minimalen Verkaufspreis vor, kann aber direkt ausführbar sein, wenn dein Limitpreis eine bestehende Order trifft.
Einige Börsen haben eine Post-Only- oder Maker-Only-Option. Damit verhinderst du, dass deine Limitorder unerwartet zum Taker wird. Könnte die Order direkt zusammenpassen, wird sie statt ausgeführt zu werden storniert. Bleibt sie im Orderbuch stehen, handelt sie als Maker. Ob diese Option verfügbar ist, hängt von Börse, Markt und Ordertyp ab.
Wie werden Maker- und Taker-Fees berechnet?
Maker- und Taker-Fees berechnest du auf den Handelswert des Teils deiner Order, der ausgeführt wurde. Einfach gesagt: Du multiplizierst den Transaktionsbetrag mit dem geltenden Prozentsatz.
Angenommen, eine Krypto-Börse berechnet eine Maker-Fee von 0,20 % und eine Taker-Fee von 0,35 %. Für eine Maker-Order mit einem Handelswert von 1.000 € zahlst du dann 2 € an Handelskosten. Wird dieselbe Summe von 1.000 € als Taker ausgeführt, zahlst du 3,50 €.
Die Berechnung sieht so aus:
Handelswert × Fee-Prozentsatz = Handelskosten
Bei einer teilweisen Ausführung berechnest du jeden Teil separat. Werden zum Beispiel 400 € direkt mit einer Taker-Fee von 0,35 % ausgeführt und 600 € später als Maker mit 0,20 %, zahlst du für den ersten Teil 1,40 € und für den zweiten Teil 1,20 €. Eine einzige Order kann dadurch am Ende aus verschiedenen Fee-Prozentsätzen bestehen.
Der Prozentsatz kann auch von deinem Tarifniveau abhängen. Einige Börsen arbeiten mit Volumenstufen: Je mehr du in einem bestimmten Zeitraum handelst, desto niedriger kann deine Fee ausfallen. Eine Börse kann so eine Stufe zum Beispiel auf dein Handelsvolumen der letzten 30 Tage stützen und regelmäßig neu berechnen.
Achte nicht nur auf die Fee. Deine Gesamtkosten können auch aus Spread, Slippage, Ein- oder Auszahlungsgebühren und eventuellen Netzwerkgebühren bestehen. Eine niedrige Provision bedeutet also nicht automatisch, dass du am Ende den besten Ausführungspreis bekommst.
Warum unterscheiden sich Maker- und Taker-Fees je nach Börse?
Maker- und Taker-Fees unterscheiden sich, weil jede Krypto-Börse ein eigenes Preismodell wählt. Die Tarife können sich je nach Produkt, Handelspaar, Ordertyp und Kundensegment unterscheiden.
Viele Börsen nutzen Volumenstufen, um aktiven Händlern niedrigere Tarife zu geben. Wie genau das berechnet wird, unterscheidet sich je nach Plattform. Die eine Börse schaut vor allem auf das jüngste Spot-Volumen, während eine andere auch Futures-Volumen oder Assets auf der Plattform berücksichtigt.
Einige Börsen gewähren auf ausgewählten Märkten Makern zusätzliche Vorteile. So versuchen sie, mehr passive Liquidität ins Orderbuch zu bringen. Ein voll gefülltes Orderbuch kann den Spread, also den Unterschied zwischen dem besten Kauf- und Verkaufspreis, kleiner machen.
Eine Maker-Fee ist übrigens nicht immer niedriger. Für bestimmte Stablecoin-, Pegged-Token- oder FX-Paare können Maker- und Taker-Tarife gleich sein. Prüfe deshalb immer die Tarife genau für das Produkt und Handelspaar, das du nutzen willst.
Wie kannst du bei Maker- und Taker-Fees sparen?
Du kannst manchmal sparen, aber schau immer auf die gesamte Ausführung deiner Order. Nur auf die niedrigste Fee zu schielen ist nicht immer klug, wenn du dadurch einen schlechteren Preis bekommst oder deine Order gar nicht ausgeführt wird.
- Vergleiche den richtigen Tarif
Sieh dir vorab das Fee-Schedule für das gewählte Handelspaar und Produkt an. Tarife, Volumenstufen und Ausnahmen können sich je nach Markt unterscheiden.
- Nutze eine Limitorder, wenn Geschwindigkeit nicht nötig ist
Platziere eine Limitorder, die nicht sofort zusammenpasst, wenn du als Maker handeln willst. Dann bestimmst du deinen Preis selbst, hast aber keine Garantie, dass die Order ausgeführt wird.
- Nutze Post-Only, wenn es diese Option gibt
Mit Post-Only verhinderst du, dass eine Limitorder sofort als Taker ausgeführt wird. Die Order wird dann ins Orderbuch gestellt oder storniert, wenn eine direkte Ausführung sonst unvermeidlich wäre.
- Sei vorsichtig mit Volumenstufen
Höhere Volumina können niedrigere Fees bringen, aber handle nicht zusätzlich nur, um einen Rabatt zu bekommen. Diese zusätzlichen Transaktionen sollten auch ohne den Rabatt sinnvoll sein.
- Vergleiche die gesamten Kosten
Achte neben Maker- oder Taker-Fees auch auf den Preis, den du tatsächlich bekommst, den Spread und mögliche Slippage. Gerade bei einer schnellen Marktorder kann dieser Unterschied größer sein als die Fee selbst.
Zahlst du bei Finst eine Maker- oder Taker-Fee?
Bei Finst zahlst du keine separate Maker- oder Taker-Fee. Für Kunden gilt ein fester Handelssatz von 0,15 % pro Transaktion. Finst arbeitet für Kunden also nicht mit dem traditionellen Maker/Taker-Feemodell, das du bei Krypto-Börsen mit Orderbuch siehst.
Kaufst du zum Beispiel für 1.000 € Krypto, zahlst du bei einem Handelssatz von 0,15 % 1,50 € an Handelskosten. Der Satz hängt nicht von einer Maker- oder Taker-Einstufung ab.
Willst du wissen, welche Kosten Finst genau berechnet und wie sie sich im Vergleich zu anderen Anbietern verhalten? Dann schau dir die aktuelle Kostenübersicht von Finst an, wo du die Tarife und verschiedenen Kosten einfach vergleichen kannst.
Welche Vor- und Nachteile haben Maker- und Taker-Fees?
Maker- und Taker-Fees geben dir vor allem die Wahl zwischen Preiskontrolle und Geschwindigkeit. Welche Option besser passt, hängt davon ab, was dir in diesem Moment wichtig ist.
Vorteile von Maker-Orders:
- Du zahlst auf vielen Orderbuch-Börsen einen niedrigeren Tarif.
- Du fügst dem Orderbuch Liquidität hinzu.
- Mit einer Limitorder behältst du die Kontrolle über den Preis, den du mindestens erhalten oder maximal zahlen willst.
Nachteile von Maker-Orders:
- Deine Order kann offen bleiben oder nur teilweise ausgeführt werden.
- Der Markt kann sich bewegen, bevor dein Preis erreicht wird.
- Eine niedrigere Maker-Fee gleicht nicht immer eine verpasste Chance oder einen veränderten Preis aus.
Vorteile von Taker-Orders:
- Deine Order wird in der Regel sofort ausgeführt.
- Das kann praktisch sein, wenn Geschwindigkeit wichtiger ist als das Warten auf einen bestimmten Preis.
Nachteile von Taker-Orders:
- Du zahlst auf vielen Börsen einen höheren Tarif.
- Bei begrenzter Liquidität kann deine Order über mehrere Preisniveaus laufen, wodurch Slippage entsteht.
Für den Kryptomarkt hilft dieses Modell, Angebot und Nachfrage im Orderbuch anzuregen. Für dich geht es am Ende aber um die Gesamtkosten und die Ausführung, die zu deinem Plan passt.
Fazit
Maker- und Taker-Fees sind Handelskosten, die vor allem auf Krypto-Börsen mit Orderbuch vorkommen. Ein Maker platziert eine Order, die Liquidität hinzufügt, während ein Taker direkt mit einer bestehenden Order handelt. Maker zahlen deshalb oft weniger, müssen aber möglicherweise warten. Taker bekommen meist schneller eine Ausführung, zahlen aber oft einen höheren Satz und können auf Slippage stoßen.
Die wichtigste Lektion ist einfach: Schau nicht nur auf den Fee-Prozentsatz. Achte auch auf deinen gewünschten Preis, den Spread, mögliche Slippage und die Chance, dass eine Limitorder nicht ausgeführt wird. Bei Finst gilt ein fester Handelssatz von 0,15 % statt eines separaten Maker/Taker-Modells.