Was ist Polymarket und wie funktioniert diese Prognoseplattform?

Was ist Polymarket und wie funktioniert diese Prognoseplattform?

Was ist Polymarket?

Polymarket ist ein Prognosemarkt, auf dem du auf das Ergebnis von Ereignissen in der realen Welt handeln kannst. Du handelst also nicht direkt gegen einen Buchmacher oder ein „House“. Stattdessen kaufen und verkaufen Nutzer Positionen untereinander. Die Plattform ist dabei nicht in jedem Land verfügbar; so ist Polymarket für Nutzer in Deutschland gesperrt.

Die Grundlage ist einfach: Jeder Markt hat meist zwei mögliche Ausgänge, Yes und No. Denk zum Beispiel an eine Frage wie: Erreicht Bitcoin vor einem bestimmten Datum einen bestimmten Preis? Kaufst du ein Yes-Token, setzt du auf Yes. Kaufst du ein No-Token, erwartest du dagegen, dass es nicht passiert.

So ein Token ist kein Bitcoin oder Aktienanteil. Es ist ein digitaler Nachweis deiner Position in genau einer bestimmten Prognose. Wenn deine Seite am Ende gewinnt, kannst du das Token in pUSD einlösen. Verliert deine Seite, hat das Token keinen Rückzahlungswert mehr.

Polymarket nutzt ein zentrales Limit-Orderbuch, auch CLOB genannt. Das ist im Grunde eine Liste aller offenen Kauf- und Verkaufsorders. Dort geben Nutzer an, wie viele Tokens sie kaufen oder verkaufen wollen und zu welchem Preis. Ein Operator bringt passende Orders zusammen.

Der Handel selbst ist also teilweise zentral organisiert, die endgültige Abwicklung erfolgt jedoch On-Chain über Smart Contracts auf der Polygon-Chain. Polymarket verwahrt die Positionen dabei nicht selbst für dich. Du gibst Transaktionen mit einer kryptografischen Signatur aus deinem Crypto Wallet frei, danach übernehmen die Smart Contracts die Abwicklung.


Wichtigste Erkenntnisse

  • Polymarket ist ein Prognosemarkt, auf dem Nutzer auf reale Ereignisse handeln.
  • Du handelst mit Tokens, die deine Position in einer Prognose repräsentieren.
  • Orders werden in einem zentralen Limit-Orderbuch zusammengeführt, während die Abwicklung On-Chain erfolgt.
  • Gewinnende Tokens können nach Feststellung des Ergebnisses in pUSD eingelöst werden.
  • In Deutschland ist Polymarket gesperrt und Nutzer können dort keine neuen Positionen über die Plattform eröffnen.

Wie funktioniert Polymarket?

Polymarket funktioniert so, dass Nutzer Preise für Yes- und No-Tokens festlegen und danach nach Ablauf bestimmt wird, welcher Ausgang richtig ist. Für jeden Markt sind die Regeln im Voraus festgelegt. Dort steht zum Beispiel, wann der Markt schließt, welche Quelle das Ergebnis bestimmt und was bei Ausnahmen passiert.

Diese Regeln sind wichtiger als nur der Titel eines Marktes. Eine Frage kann auf den ersten Blick sehr klar wirken, aber die genauen Bedingungen bestimmen am Ende, wann Yes oder No gewinnt.

Nach dem Enddatum wird festgestellt, welcher Ausgang gewinnt. Dieser Prozess wird auch als Resolution des Marktes bezeichnet. Ein Ausgang wird dem UMA Optimistic Oracle vorgeschlagen. Ein Oracle ist ein System, das Informationen von außerhalb der Blockchain an Smart Contracts weitergibt. Wenn niemand den vorgeschlagenen Ausgang innerhalb der Challenge-Periode anfechtet, wird dieser Ausgang für die Abwicklung verwendet.

Ist jemand nicht einverstanden, kann diese Person einen Dispute starten. Bei weiterer Eskalation stimmen UMA-Tokenholder über den Data Verification Mechanism ab. Dadurch kann die Resolution bei einem strittigen Markt mehrere Tage dauern. Es ist also kein vollständig automatisches System, das immer sofort eine Antwort liefert.

Nach der Resolution kannst du ein gewinnendes Token normalerweise gegen 1 pUSD einlösen. Ein verlierendes Token bringt nichts ein. In dem seltenen Fall, dass ein Markt als Unknown oder 50-50 aufgelöst wird, können beide Seiten 0,50 pUSD pro Token einlösen.

Du musst nicht immer bis zum Endergebnis warten. Du kannst deine Position auch früher verkaufen, solange jemand sie kaufen möchte. Dein Gewinn oder Verlust hängt dann von der Differenz zwischen deinem Kauf- und Verkaufspreis ab, nicht davon, was später mit dem Markt passiert.

Wie funktioniert der Handel auf Polymarket?

Handel auf Polymarket bedeutet, dass du Yes- oder No-Tokens über das Orderbuch kaufst und verkaufst. Du entscheidest also nicht nur, welchen Ausgang du erwartest, sondern auch, welchen Preis du dafür zahlen willst.

Angenommen, ein Yes-Token kostet 0,65 pUSD. Dann zahlst du 0,65 pUSD für ein Token, das bei einem Yes-Ergebnis 1 pUSD wert ist. Kommt am Ende No heraus, kannst du dieses Yes-Token nicht mehr einlösen.

In der Praxis läuft es so ab:

  1. Markt auswählen und Regeln lesen
    Sieh dir nicht nur die Frage an, sondern auch das Enddatum und die Regeln für die Resolution. Sie bestimmen, wann der Markt als Yes oder No endet.

  2. Yes oder No wählen
    Kaufe Yes, wenn du glaubst, dass das Ereignis eintritt. Kaufe No, wenn du erwartest, dass es nicht passiert.

  3. Preis und Anzahl der Tokens festlegen
    Jede Order ist technisch eine Limit-Order. Du bestimmst also, wie viel du kaufen oder verkaufen willst und zu welchem Preis.

  4. Auf einen Match warten
    Deine Order wird ausgeführt, wenn im Orderbuch eine passende Order eines anderen Traders steht. Eine Order kann vollständig, teilweise oder gar nicht ausgeführt werden.

  5. Früher verkaufen oder auf die Resolution warten
    Du kannst deine Tokens vor Ablauf wieder verkaufen, wenn genügend Liquidität vorhanden ist. Wartest du bis zur Resolution, kannst du nur gewinnende Tokens gegen pUSD einlösen.

Eine Order, die als Market Order angezeigt wird, ist technisch ebenfalls eine Limit-Order. Nur ist das Limit dann so gewählt, dass die Order sofort mit verfügbaren Orders gematcht werden kann. Wichtig: Du bekommst nicht automatisch den Preis, den du auf dem Bildschirm siehst. Beim Kauf zahlst du normalerweise den niedrigsten Verkaufspreis, den Ask. Beim Verkauf erhältst du normalerweise den höchsten Kaufpreis, den Bid.

Bevor eine Order ausgeführt werden kann, musst du genug pUSD als Sicherheiten haben. Außerdem muss dein Crypto Wallet die nötige Berechtigung, ein Allowance, erteilt haben, damit die Smart Contracts die Tokens für die Abwicklung verwenden können.

Wie werden Chancen und Preise dargestellt?

Der Preis eines Yes- oder No-Tokens wird als implizite Wahrscheinlichkeit angezeigt, die der Markt zu diesem Zeitpunkt einschätzt. Kostet ein Yes-Token 0,65 pUSD, entspricht das grob einer Markterwartung von 65 % für Yes.

Das ist keine verlässliche Prognose und keine garantierte Wahrscheinlichkeitsrechnung. Es ist einfach der Preis, der entsteht, weil Trader kaufen und verkaufen. Wenn viele Menschen Yes kaufen wollen, kann der Yes-Preis steigen. Wenn mehr Menschen stattdessen No wollen, kann der Yes-Preis fallen.

Der angezeigte Preis ist meist der Mittelwert zwischen dem besten Bid und Ask. Der Bid ist der höchste Preis, den jemand zahlen will. Der Ask ist der niedrigste Preis, zu dem jemand verkaufen will.

Beispiel: Der höchste Bid für Yes liegt bei 0,60 pUSD und der niedrigste Ask bei 0,70 pUSD. Der Mittelpreis liegt dann bei 0,65 pUSD. Kaufst du aber sofort, zahlst du meist 0,70 pUSD. Verkaufst du sofort, erhältst du meist 0,60 pUSD.

Ist der Unterschied zwischen Bid und Ask, der Spread, größer als 0,10 Dollar? Dann zeigt Polymarket den zuletzt gehandelten Preis statt des Mittelpreises an. So eine letzte Transaktion kann schon etwas älter sein. Der sichtbare Preis sagt dann weniger darüber aus, was du zu diesem Zeitpunkt tatsächlich für deine Order bekommst.

Welche Rolle spielen Liquidität und Handelsvolumen?

Liquidität bestimmt vor allem, wie leicht du eine Position kaufen oder verkaufen kannst, ohne stark vom Preis abweichen zu müssen. In einem Markt mit vielen offenen Kauf- und Verkaufsorders rund um den aktuellen Preis ist das meist einfacher.

Ein kleiner Spread weist in der Regel auf bessere Liquidität hin. Dann gibt es nur wenig Unterschied zwischen dem, was Käufer zahlen wollen, und dem, was Verkäufer erhalten möchten. Bei einem breiten Spread kann ein direkter Kauf oder Verkauf dagegen relativ ungünstig ausfallen.

Handelsvolumen und Liquidität sind nicht dasselbe:

  • Handelsvolumen zeigt, wie viel in einem bestimmten Zeitraum gehandelt wurde.
  • Liquidität bezieht sich auf die Orders, die aktuell im Orderbuch verfügbar sind.
  • Open Interest zeigt, wie viele Positionen noch offen sind.

Ein Markt kann also früher viel Handelsvolumen gehabt haben, aber im Moment trotzdem nur wenige verfügbare Orders enthalten. Schau deshalb nicht nur auf das Volumen, wenn du wissen willst, ob du schnell ein- oder aussteigen kannst.

Polymarket ermutigt Market Maker, Limit-Orders ins Buch zu stellen. Market Maker sind Trader, die gleichzeitig Kauf- und Verkaufspreise anbieten. Das kann für mehr verfügbare Liquidität und kleinere Spreads sorgen.

Ist Polymarket in Deutschland legal?

Polymarket ist für Nutzer in Deutschland gesperrt. Deutschland wird von Polymarket als vollständig eingeschränktes Land geführt, sodass Nutzer von dort keine neuen Positionen eröffnen können.

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat im August 2026 klargestellt, dass Wetten auf gesellschaftliche, politische, wirtschaftliche oder sonstige Ereignisse in Deutschland nicht erlaubnisfähig sind. Die Teilnahme aus Deutschland ist laut GGL daher nicht zulässig und kann strafbar sein.

Kurz gesagt: Polymarket kann aus Deutschland nicht regulär zum Handel genutzt werden. Die Regeln für Prognosemärkte und die Verfügbarkeit von Polymarket können sich jedoch ändern. Prüfe deshalb immer die aktuellen Informationen von Polymarket und der GGL, bevor du die Plattform nutzt.

Welche Märkte und Prognosen bietet Polymarket an?

Polymarket bietet Märkte zu unterschiedlichen Ereignissen an, wobei jeder handelbare Markt im Kern eine separate Yes/No-Frage ist. Ein größeres Event kann aus einer Frage bestehen, aber auch mehrere zusammenhängende Märkte enthalten.

Es gibt unter anderem Kategorien für Krypto, Sport, Finance, Politik, Wirtschaft, Kultur, Wetter, Tech, Geopolitik, Mentions und allgemeine Themen. Ein Kryptomarkt kann sich zum Beispiel auf den Preis von Bitcoin vor einem bestimmten Datum beziehen. Bei so einem Markt kaufst du nicht Bitcoin selbst, sondern Tokens, die auf das Ergebnis der Frage abrechnen.

Manche Ereignisse haben mehrere mögliche Ausgänge, die sich gegenseitig ausschließen. Polymarket kann diese in einer Negative-Risk-Group zusammenfassen. Einfach gesagt: Wenn genau ein möglicher Ausgang Yes sein kann, müssen alle anderen Optionen No sein.

Das Marktangebot verändert sich laufend. Märkte haben eine Kategorie, ein Startdatum, ein Enddatum, einen aktiven Status, Volumen, Liquidität und eine Quelle für die Resolution. Das bedeutet auch, dass eine Kategorie zwar existieren kann, aber nicht zu jedem Zeitpunkt aktive Märkte in dieser Kategorie vorhanden sein müssen.

Welche Rolle spielt Krypto bei Polymarket?

Krypto bildet die technische Grundlage von Polymarket, aber du handelst dort nicht automatisch direkt mit bekannten Kryptowährungen wie Bitcoin. Die Plattform läuft auf Polygon und verwendet Tokens auf der Polygon-Chain.

Blockchain ist für einen Prognosemarkt praktisch, weil Positionen als Tokens ausgegeben und gehandelt werden können, während die endgültige Abwicklung über Smart Contracts erfolgen kann. Dadurch können Nutzer ihre Position auch vor der Feststellung des Ergebnisses wieder an jemand anderen verkaufen.

Die Yes- und No-Positionen sind ERC-1155-Tokens. Das ist ein Token-Standard, mit dem verschiedene Arten von Tokens innerhalb eines einzigen Smart Contracts existieren können. Die Sicherheit, mit der du handelst, heißt pUSD und ist ein ERC-20-Token auf Polygon.

pUSD ist die Sicherheit für den gesamten Handel auf Polymarket und wird durch USDC gedeckt. Die Umwandlung zwischen pUSD und USDC erfolgt über On-Chain-Smart-Contracts. Ein vollständiges Set aus einem Yes-Token und einem No-Token ist durch 1 pUSD gedeckt, das in einem Contract hinterlegt ist.

Das funktioniert so: Für jeden Markt können ein Yes-Token und ein No-Token zusammen existieren, zusammen repräsentieren sie bei der endgültigen Abwicklung aber maximal 1 pUSD. Nach der Resolution kann normalerweise nur die gewinnende Seite für 1 pUSD eingelöst werden.

Du kannst Krypto über die Bridge aus mehreren Netzwerken und mit mehreren Kryptoassets einzahlen. Für den Handel wird das automatisch in pUSD auf Polygon umgewandelt. Eine Bridge ist eine Möglichkeit, Krypto von einem Blockchain-Netzwerk auf ein anderes Netzwerk zu übertragen.

Wichtig zu wissen: pUSD ist für die Nutzung innerhalb von Polymarket gedacht und nicht als allgemein handelbarer Stablecoin. Außerdem bleiben Risiken bestehen, etwa eine falsche Markteinschätzung, Risiken rund um Smart Contracts und Risiken bei der Nutzung einer Bridge.

Wie verdient Polymarket Geld?

Polymarket verdient auf bestimmten Märkten Geld über Taker Fees, wenn eine Order gematcht wird. Ein Taker ist jemand, der eine bestehende Order aus dem Orderbuch direkt ausführt. Maker, also Trader, die neue Limit-Orders ins Buch stellen, zahlen keine Maker Fee.

Die Höhe der Taker Fee hängt vom Markt ab. Die Berechnung berücksichtigt die Anzahl der gehandelten Tokens, die Fee Rate und den Preis. Es gelten unterschiedliche Fee Rates für verschiedene Kategorien wie Krypto, Sport, Finance, Politik und Tech.

Ein Teil dieses Systems soll die Liquidität verbessern. Taker Fees finanzieren das Maker Rebates Program, bei dem Market Maker täglich Vergütungen für das Einstellen nutzbarer Kauf- und Verkaufsorders erhalten können. Es gibt auch ein Taker-Rebate-Programm.

Für Märkte zu geopolitischen und weltweiten Ereignissen werden keine Handelsgebühren erhoben. Polymarket profitiert nach den eigenen Regeln dann nicht von der Handelsaktivität in diesen Märkten.

Polymarket erhebt keine eigene Gebühr für das Einzahlen oder Abheben von USDC. Externe Anbieter, die du dafür nutzt, etwa MoonPay, können dafür jedoch Kosten berechnen.

Fazit

Polymarket ist eine Prognoseplattform, auf der Nutzer mit Yes- und No-Tokens rund um Ereignisse in der realen Welt handeln. Der Preis eines solchen Tokens zeigt, wie der Markt die Wahrscheinlichkeit zu diesem Zeitpunkt einschätzt, ist aber keine Garantie dafür, dass die Prognose auch eintritt.

Die Technik kombiniert ein zentrales Orderbuch mit der Abwicklung über Smart Contracts auf Polygon. Dadurch kannst du eine Position vor Ablauf verkaufen, bist aber von verfügbarer Liquidität und von den Regeln abhängig, nach denen das endgültige Ergebnis eines Marktes festgelegt wird.

Für Nutzer in Deutschland ist vor allem die rechtliche Lage wichtig: Polymarket ist dort gesperrt und die Teilnahme an solchen Wetten ist laut GGL nicht zulässig. Wenn du verstehst, wie Preise, Spreads, Resolutionsregeln und Risiken funktionieren, wird auch klarer, was Polymarket ist und was nicht: kein Ort, um direkt Bitcoin zu kaufen, sondern ein Markt für Prognosen mit Krypto als technischer Grundlage.

Über Finst

Finst ist eine führende Kryptowährungsplattform in den Niederlanden und bietet ultra-niedrige Trading-Gebühren, Sicherheit auf institutionellem Niveau sowie ein umfassendes Paket an Krypto-Services wie Trading, Verwahrung (Custody), Staking und Fiat On-/Off-Ramp. Finst wurde vom ehemaligen Kernteam von DEGIRO gegründet, ist als Crypto-Asset Service Provider von der niederländischen Finanzaufsicht (AFM) zugelassen und bedient private sowie institutionelle Kunden in 30 europäischen Ländern.

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