Was ist Hyperliquid (HYPE) und wie funktioniert es?

Was ist Hyperliquid (HYPE) und wie funktioniert es?

Was ist Hyperliquid (HYPE)?

Hyperliquid ist eine eigene Layer-1-Blockchain, die für den Handel mit Perpetual Futures und Spot Trading entwickelt wurde. Es ist also nicht nur eine dezentrale Exchange, sondern auch das zugrunde liegende Netzwerk, auf dem dieser Handel stattfindet.

Die Blockchain besteht aus zwei wichtigen Komponenten. HyperCore regelt die Handelsseite des Netzwerks, etwa Orderbücher, das Platzieren und Stornieren von Orders, ausgeführte Trades und Liquidationen. Diese Prozesse finden On-Chain statt.

Daneben gibt es HyperEVM. Das ist eine EVM-kompatible Umgebung, in der Entwickler Ethereum-ähnliche Smart Contracts und dezentrale Anwendungen bauen können. Ein Smart Contract ist einfach gesagt ein Programm auf der Blockchain, das automatisch nach vorher festgelegten Regeln arbeitet.

HYPE ist der native Token des Hyperliquid-Netzwerks. Der Token wird unter anderem für Staking und für Transaktionsgebühren auf HyperEVM verwendet. Außerdem spielt HYPE eine Rolle im breiteren Ökosystem von Hyperliquid.


Wichtigste Erkenntnisse

  • Hyperliquid ist eine Layer 1 für On-Chain-Spot- und Perpetual-Handel sowie Smart Contracts.
  • HyperCore verarbeitet die Handelsaktivitäten, während HyperEVM Raum für Anwendungen bietet.
  • HyperBFT ist der Konsensmechanismus, der die Kette absichert und Transaktionen ordnet.
  • HYPE wird für Staking, Governance, Gas auf HyperEVM und bestimmte Handelsrabatte verwendet.
  • Perpetual-Handel und eine relativ kleine Validatorset bringen wichtige Risiken und Trade-offs mit sich.

Wie funktioniert Hyperliquid?

Hyperliquid verwendet zentrale Limit-Orderbücher, die vollständig On-Chain geführt werden, sowohl für Spot Trading als auch für Perpetual Futures. Ein Limit-Orderbuch ist eine Übersicht über Kauf- und Verkaufsorders mit unterschiedlichen Preisen und Mengen. Wenn eine Kauf- und eine Verkaufsorder zusammenpassen, kann ein Trade ausgeführt werden.

HyperCore regelt diese Handelsseite des Netzwerks. Hier werden unter anderem Orders platziert und storniert, Trades ausgeführt und Positionen liquidiert. Außerdem hält HyperCore fest, wie viel Sicherheiten Händler für gehebelte Positionen zur Verfügung haben.

Bei Hyperliquid passiert das direkt auf der Blockchain. Das Orderbuch und die Handelslogik liegen also nicht auf einem separaten zentralen Server wie bei vielen traditionellen Exchanges.

Das Netzwerk nutzt HyperBFT, um sich über die Reihenfolge von Transaktionen und neue Blöcke zu einigen. Sobald das Netzwerk einen Konsens erreicht hat, werden die ausgeführten Transaktionen endgültig festgeschrieben.

Neben HyperCore hat Hyperliquid auch HyperEVM. Das ist die Umgebung, in der Entwickler Smart Contracts und dezentrale Anwendungen bauen können. HyperCore und HyperEVM sind miteinander verbunden, sodass Assets zwischen beiden Teilen genutzt werden können.

Auf HyperEVM ist HYPE der native Token, mit dem Gas Fees bezahlt werden. HYPE ist dort also kein ERC-20-Token, sondern der native Asset des Netzwerks.

Bei Perpetual Futures wird unter anderem USDC als Sicherheiten verwendet. Ein Perpetual Future ist ein Vertrag, mit dem du auf einen Kursanstieg oder -rückgang ohne festes Enddatum setzen kannst.

Damit der Preis eines Perpetual-Kontrakts nahe am zugrunde liegenden Marktpreis bleibt, werden regelmäßig Funding Payments zwischen Long- und Short-Positionen verrechnet.

Handel mit Hebel bringt zusätzliche Risiken mit sich. Wenn dein Verlust zu groß wird und deine Sicherheiten nicht mehr ausreichen, um deine Position zu halten, kann deine Position automatisch liquidiert werden.

Hyperliquid (HYPE) Überblick

Merkmal Information
Name Hyperliquid
Ticker HYPE
Kategorie Layer-1-Blockchain und Handelsplattform
Gründer Jeff Yan und das Hyperliquid-Team
Blockchain / Netzwerk Eigene Hyperliquid Layer 1 mit HyperCore und HyperEVM
Konsens HyperBFT, ein von HotStuff inspiriertes Konsensmechanismus mit delegated proof of stake
Launch von HYPE 29. November 2024 (Genesis Event)

Was ist HyperBFT auf Hyperliquid?

HyperBFT ist der Konsensmechanismus von Hyperliquid. Konsens bedeutet, dass sich die Computer im Netzwerk darüber einigen, welche Transaktionen verarbeitet werden und in welcher Reihenfolge das geschieht. HyperBFT ist von HotStuff und anderen Byzantine-Fault-Tolerant-Protokollen inspiriert.

Der Mechanismus sichert sowohl HyperCore als auch HyperEVM ab. Dadurch nutzen die Handelsschicht und die Umgebung für Smart Contracts dasselbe Konsens- und Sicherheitsmodell.

Hyperliquid arbeitet mit delegated proof of stake. HYPE-Inhaber können ihre Tokens an Validatoren delegieren. Validatoren helfen dabei, Transaktionen zu verarbeiten und neue Blöcke zu erzeugen. Je mehr HYPE an einen Validator delegiert ist, desto größer ist das Gewicht dieses Validators innerhalb des Konsenses und desto größer ist der Anteil der Blöcke, den dieser Validator erzeugen kann.

HyperBFT arbeitet in Runden. In jeder Runde tauschen Validatoren Transaktionen und kryptografische Signaturen aus. Um eine Runde endgültig festzuschreiben, ist ein Quorum erforderlich, das mehr als zwei Drittel des gesamten gestakten HYPE repräsentiert.

Sobald genügend Validatoren zugestimmt haben, wird die Runde gecommittet und die Transaktionen können ausgeführt werden. Ein wichtiger Bestandteil von HyperBFT ist, dass ehrliche Nodes am Ende dieselbe Reihenfolge der gecommitteten Runden verfolgen.

Die aktiven Validatoren und ihr Konsensgewicht werden pro Epoch festgelegt. Eine Staking-Epoch dauert 100.000 Runden, was im Hyperliquid-Mainnet ungefähr 90 Minuten entspricht. Innerhalb einer solchen Epoch bleiben die Validatorset und die dazugehörigen Stake-Gewichte gleich.

Validatoren, die auf Konsensnachrichten nicht ausreichend reagieren, können gejailt werden. Das bedeutet, dass sie vorübergehend nicht mehr am Konsens teilnehmen und für ihre Delegatoren keine Staking Rewards erzeugen.

Jailing ist etwas anderes als Slashing. Beim Slashing kann ein Teil der gestakten Tokens als Strafe verloren gehen. Hyperliquid hat derzeit kein automatisches Slashing aktiv, auch wenn das Konzept im Protokoll für nachweislich schädliches Verhalten wie das doppelte Signieren widersprüchlicher Blöcke vorgesehen ist.

Welche Rolle spielt HYPE innerhalb von Hyperliquid?

HYPE hat mehrere Funktionen innerhalb von Hyperliquid. Die wichtigste ist die Unterstützung der Proof-of-Stake-Sicherheit. Inhaber können HYPE an Validatoren delegieren, damit diese Validatoren am Konsens teilnehmen können.

Ein aktiver Validator muss mindestens 10.000 HYPE selbst delegieren. Diese Selbstdelegation ist für ein Jahr gesperrt. Validatoren erhalten Belohnungen auf Basis ihrer gesamten delegierten Stake und können eine Provision von Personen verlangen, die ihren HYPE an sie delegieren.

Staking-Belohnungen bauen sich jede Minute auf, werden täglich verteilt und automatisch erneut delegiert. Die Delegation hat allerdings eine Lock-up-Periode von einem Tag. Wenn du HYPE von deinem Staking-Konto zurück auf dein Spot-Konto verschieben willst, gilt eine Wartezeit von sieben Tagen.

HYPE ist auch der native Gas-Token von HyperEVM. Du nutzt den Token dort also für die Kosten von Transaktionen und Smart-Contract-Aktionen. Außerdem hat HYPE eine Governance-Funktion innerhalb des Netzwerks.

Eine gestakte HYPE-Position kann außerdem einen Rabatt auf Handelsgebühren bringen. Dieser Rabatt beginnt bei 5 % ab 10 HYPE und kann bis auf 40 % ab 500.000 HYPE steigen.

Derzeit gibt es kein automatisches Slashing für das normale Validator-Staking. Es gibt jedoch spezielle Slashing-Regeln für bestimmte permissionless Markt- und Quote-Asset-Deployments. HYPE aus dem Assistance Fund wird durch automatisierte Ausführung umgewandelt und anschließend verbrannt. Verbrannte Tokens werden dauerhaft aus dem zirkulierenden und dem gesamten Angebot entfernt.

Wie ist Hyperliquid entstanden?

Hyperliquid wurde von Hyperliquid Labs entwickelt. Jeff Yan ist einer der bekanntesten Gründer und leitet das Projekt gemeinsam mit einem kleinen Team von Entwicklern.

Die Entwicklung von Hyperliquid begann 2022. 2023 ging das Netzwerk live und Hyperliquid konzentrierte sich vor allem auf den On-Chain-Handel mit Perpetual Futures.

Im Oktober 2024 wurde die Hyper Foundation gegründet, um das Hyperliquid-Ökosystem weiter zu unterstützen. Am 29. November 2024 fand das HYPE Genesis Event statt. Dabei wurde HYPE gestartet und ein großer Teil der Tokens an frühere Nutzer und Teilnehmer des Ökosystems verteilt.

Seitdem wurde Hyperliquid weiter ausgebaut. Neben Perpetual Futures unterstützt HyperCore inzwischen auch Spot Trading, während HyperEVM Entwicklern die Möglichkeit gibt, Smart Contracts und Anwendungen auf dem Netzwerk zu bauen.

Was sind die Vorteile von Hyperliquid?

Hyperliquid kombiniert eine Handelsplattform und eine allgemeine Smart-Contract-Umgebung innerhalb derselben Layer-1-Blockchain. Dadurch können Nutzer über HyperCore handeln, während Entwickler über HyperEVM Anwendungen bauen können, die dasselbe Netzwerk nutzen.

Ein wichtiges Merkmal ist, dass das Orderbuch und die Handelslogik von HyperCore On-Chain laufen. Orders, Stornierungen, Trades und Liquidationen werden direkt vom Netzwerk verarbeitet und erhalten Finalität über HyperBFT.

Weitere Vorteile sind:

  • Hohe Kapazität: HyperCore unterstützt laut den aktuellen technischen Spezifikationen etwa 200.000 Orders pro Sekunde.
  • Schnelle Finalität: Transaktionen auf HyperCore erhalten Finalität innerhalb eines Blocks.
  • Spot und Perpetual Futures in einem Netzwerk: HyperCore unterstützt sowohl Spotmärkte als auch Perpetual Futures.
  • EVM-Kompatibilität: Über HyperEVM können Entwickler Smart Contracts und Anwendungen mit Technologie bauen, die Ethereum stark ähnelt.
  • Permissionless Marktentwicklung: Über verschiedene Hyperliquid Improvement Proposals können neue Tokens und Märkte hinzugefügt werden, ohne dass Hyperliquid Labs jeden Markt selbst verwalten muss.

Ein paar wichtige Beispiele dafür sind:

  • HIP-1: macht es möglich, native Tokens auf Hyperliquid auszugeben und dafür Spotmärkte aufzusetzen.
  • HIP-2: bietet automatische On-Chain-Liquidität für bestimmte Spotmärkte.
  • HIP-3: macht es möglich, neue Perpetual-Märkte zu erstellen, wenn ein Deployer die Anforderungen erfüllt.

HyperEVM ist außerdem EVM-kompatibel. Dadurch können Entwickler viele bestehende Ethereum-Tools und Programmierkonzepte nutzen, um Anwendungen auf Hyperliquid zu bauen.

Was sind die Nachteile und Risiken von Hyperliquid?

Hyperliquid hat auch Risiken und Einschränkungen. Ein wichtiges Risiko ergibt sich aus dem Perpetual-Handel mit Hebel. Eine kleine Kursbewegung gegen deine Position kann durch den Hebel zu einem deutlich größeren Verlust führen. Wenn deine Sicherheiten nicht mehr ausreichen, kann deine Position automatisch liquidiert werden.

Außerdem gibt es einige Risiken, die speziell mit dem Netzwerk zusammenhängen:

  • Begrenzte Validatorset: Die aktive Validatorset besteht derzeit aus den 24 Validatoren mit dem meisten Stake. Das ist eine relativ kleine Gruppe im Vergleich zu manchen größeren Proof-of-Stake-Netzwerken und daher relevant, wenn man die Dezentralisierung bewertet.
  • Validatoren können in Ausnahmesituationen eingreifen: Während des JELLYJELLY-Vorfalls im März 2025 stimmte die Validatorengruppe beispielsweise dafür, den JELLY-Perpetual-Markt zu entfernen, nachdem verdächtige Marktaktivität festgestellt worden war. Die offenen Positionen wurden anschließend abgewickelt.
  • Smart-Contract-Risiko: Anwendungen auf HyperEVM können Fehler oder Schwachstellen enthalten, genau wie Smart Contracts auf anderen Blockchains.
  • Risiko bei verbundenen Assets: Assets, die zwischen HyperCore und HyperEVM genutzt werden, können von bestimmten Verträgen und technischen Verknüpfungen abhängen. Nutzer sollten daher prüfen, welches Asset und welcher Vertrag verwendet wird.
  • Permissionless Märkte bringen zusätzliche Risiken mit sich: Bei HIP-3-Märkten bestimmt der Deployer unter anderem wichtige Eigenschaften des Marktes. Dadurch können die Risiken je nach Markt unterschiedlich sein.

Bei Perpetual Futures sind auch die verwendeten Preisdaten wichtig. Ein Oracle liefert Marktpreise an das System. Falsche oder manipulierte Preisdaten können dadurch Folgen haben, etwa für Liquidationen und die Bewertung von Positionen.

Hyperliquid kombiniert also hohe Geschwindigkeit und On-Chain-Handel mit einem relativ neuen Netzwerk und einer begrenzten Validatorset. Nutzer sollten deshalb nicht nur auf die Leistung der Handelsplattform schauen, sondern auch auf die Risiken von Hebelhandel, Validatoren, Smart Contracts und dem jeweiligen Markt, in dem sie handeln.

Fazit

Hyperliquid ist eine Layer 1, die On-Chain-Spot- und Perpetual-Handel mit HyperEVM für Smart Contracts und dezentrale Anwendungen kombiniert. HyperCore übernimmt die Handelsfunktionalität, während HyperEVM die allgemeine programmierbare Schicht bildet.

Die technische Basis ist HyperBFT, eine delegated-proof-of-stake-Variante, die Transaktionen ordnet und sowohl HyperCore als auch HyperEVM absichert. HYPE spielt dabei über Staking und Delegation eine zentrale Rolle. Der Token wird außerdem als Gas-Token auf HyperEVM, für Governance und für mögliche Handelsrabatte verwendet.

Dem stehen auch klare Trade-offs gegenüber. Perpetual-Handel mit Hebel kann zu schnellen Liquidationen führen. Außerdem sind eine relativ kleine Validatorset, koordiniertes Eingreifen durch Validatoren, der Status des Kerncodes und Risiken rund um permissionless Märkte wichtige Punkte, die du verstehen solltest.

Über Finst

Finst ist eine führende Kryptowährungsplattform in den Niederlanden und bietet ultra-niedrige Trading-Gebühren, Sicherheit auf institutionellem Niveau sowie ein umfassendes Paket an Krypto-Services wie Trading, Verwahrung (Custody), Staking und Fiat On-/Off-Ramp. Finst wurde vom ehemaligen Kernteam von DEGIRO gegründet, ist als Crypto-Asset Service Provider von der niederländischen Finanzaufsicht (AFM) zugelassen und bedient private sowie institutionelle Kunden in 30 europäischen Ländern.

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